Urheberrechtsdebatte – Kommentar von Ingo Römling

Ein weiterer Kommentar aus Deutschland zur tobenden Debatte über das veraltete Urheberrecht. Der Künstler Ingo Römling alias monozelle sinniert über das Für und Wider im Streit, der je länger je mehr verhärtete Fronten aufweist.

Ingo Römling, zVg

Vielleicht erstmal ganz kurz zu mir und wie ich zum Urheberrecht stehe. Ich bin Jahrgang 1969, Illustrator, Comiczeichner, nebenbei Musiker und lebe seit fast zehn Jahren freiberuflich davon, meine Bilder auf irgendwelche Sachen drucken zu lassen: CD-Cover, auch mal eine Vinyl, T-Shirts, Poster, Kaffeebecher, Werbeanzeigen, Comic-Hefte,…
Was ich sagen kann: Das Urheberrecht (with a little help from my Anwalt) hat mir schon ein paarmal den Arsch gerettet – um es auf Deutsch zu formulieren -, denn auch ich bin schon beklaut worden und das auch im nicht mehr ganz so kleinen Stil. Mittlerweile kenne ich das Urheberrecht so ein bisschen und weiss, dass wir hierzulande eine Rechtsprechung haben, die uns Künstler, Musiker, Texter, Filmemacher und Zeichner vertritt wie fast nirgendwo anders auf der Welt. Ganz kurz zusammengefasst bedeutet das: Jeder, absolut jeder, der hier in Deutschland ein kreatives Werk veröffentlicht, ganz egal was, ein Bild, ein Text, ein Musikstück, eine Software, der ist geschützt und hat ein Recht drauf, zu bestimmen, was genau mit seinem Werk passiert.
Ich zeichne zum Beispiel öfters sogenannte “Maskottchen”, das sind kleine lustige Männchen, die grinsen, mit der linken Hand auf etwas zeigen, zum Beispiel eine Eistüte oder einen Bürostuhl, und dabei mit der rechten Hand die “Daumen-Hoch-Pose” machen. Wenn einer nun auf die Idee kommt, sich diese Illustration unter den Nagel zu reissen, die Eistüte durch ein Hakenkreuz zu ersetzen, das auf Flyer zu drucken und zu verteilen, um damit für seine stramme Gesinnung zu werben, dann kann ich rechtlich dagegen vorgehen, denn wer diese Figur wiedererkennt, könnte das mit mir in Verbindung bringen. Das ist der “Schutz vor Verfremdung”. Das finde ich eine gute Sache. Aber das war nur ein plakatives Beispiel.

Wenn es dabei allerdings um Geld geht, wird es oft witzigerweise delikat. Während manche Firmen, für die ich schon gearbeitet habe, ohne Murren sechs- oder siebenstellige Beträge hinblättern, damit deren Führungsriege einen ordentlichen Mercedes-Herrenbeschleuniger unter den Hintern bekommt, werde ich in Honorar-Diskussionen verwickelt, bei denen es ungefähr um den Gegenwert von einem Paar Turnschuhe geht. Das ist aber schon immer irgendwie so. Ich muss mich schon, seit ich 15 bin und meine ersten eigenen Zeichnungen bei einem kleinen Verlag veröffentlicht habe, vor irgendwelchen Menschen dafür rechtfertigen, eine adäquate (oder überhaupt eine) Gegenleistung zu verlangen. Aber sei’s drum, ich bin nicht der einzige. Das gehört zu dem Business dazu.

Hm. Geistiges Eigentum. Ich finde den Begriff auch etwas problematisch und ich sage auch gerne, warum:

  1. Es würde meine Tätigkeit ad absurdum führen, wenn man den Begriff “Eigentum” mal so interpretiert, wie es ein Unbedarfter tun würde. Denn wenn ich meine Werke für mich allein haben wollte, dann würde ich sie ja nicht mit anderen teilen. Aber ich teile gerne, sonst würde ich ja nicht weit kommen. Und natürlich berechne ich ein Honorar, denn sonst würde ich auch nicht weit kommen.
  2. Ich bin nicht in einer licht- und schalldichten Tonne aufgewachsen. Ich als Künstler (wenn ich mich jetzt mal so bezeichne) bin beeinflusst von zahllosen anderen Künstlern, deren Ausdrucksformen mein Weltbild und meine Art, die Welt darzustellen, geprägt haben. Ich kann mich einerseits sehr wohl hinstellen, ein Werk vorzeigen und sagen: “Schaut her, das habe ich gemacht”. Aber ich kann nur schwer behaupten: “Schaut her, dies und alles, worauf es begründet ist, stammt von mir und ist somit mein alleiniges geistiges Eigentum”. Das klingt, als hätte ich dieses Werk aus dem Nichts heraus erschaffen, ohne Einflüsse von aussen, fast wie in der Bibel: “Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde, und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe…” Schmarrn, stimm nicht. Und abschliessend – für die spitzfindigen Leser – es gibt einen Unterschied zwischen “Inspiration” und “Plagiat”. Zwinker-Smiley.

Ich beschäftige mich seit circa 2 Jahren mit dem Phänomen der Piratenpartei. Zuerst habe ich sie, ganz ehrlich, für so einen Spaßverein gehalten, wie die Pogo-Partei, “Die Partei” vom Herrn Sonneborn (bei dem ich auch so zwischen “hey, der ist dufte” und “boah, is der anstrengend” schwanke) oder wie bei den hier in Frankfurt auch immer wieder auftauchenden Kandidaten für die Wahl des Oberbürgermeisters, die sich in ihren eigenen klofliegenfarbenen Konfirmationsanzug reinpumpen und “Ich brauch den Job” aufs Plakat schreiben.
Aber die Piraten wurden gewählt. Und nicht zu knapp. Das heisseste Thema ist bei denen: das Urheberrecht. Sie verlangten zuerst dessen Abschaffung, mittlerweile – etwas moderater – dessen Modernisierung beziehungsweise Anpassung an die aktuellen Gegebenheiten des Marktes und der Gesellschaft.
Ich verstehe, warum sie so erfolgreich sind. Es ist auch nicht alles falsch, was sie sagen. Ich bin ebenfalls der Ansicht, dass das Internet uns Möglichkeiten der kulturellen Bereicherung und Entfaltung beschert hat, die es vorher nicht gab. Ich bin auch gerne Nutzer, nicht nur Urheber.
Ganz kurz ein paar Jahre zurück – ich bin in den 80ern aufgewachsen, ich habe gesehen, wie die Grünen in den Bundestag einzogen, mit Norwegerpullis, Bärten und Jeans. Das war neu und aufregend. Sie vertraten damals die Ansichten meiner Generation, wir hatten Angst vor dem nuklearen Wettrüsten zwischen den USA und der UDSSR, vor Umweltverschmutzung, vor radioaktiver Verseuchung. Wir gingen auf die Straße gegen Pershing-Raketen und AKWs, wir lasen Bücher wie Die letzten Kinder von Schewenborn und Malevil und sahen Filme wie Holocaust und The Day After… und nein, das war nicht der von Roland Emmerich. Wir waren gegen Gewalt, Rassismus und auch gegen Plastiktüten. Wir wurden per Lautsprecherdurchsage in der Schule aufgerufen, keine Pflanzen mehr anzufassen und den Rasen nicht mehr zu betreten, als der Reaktor in Tschernobyl hochging, weil sich durch den Regen radioaktives Zeug in den Blättern sammeln könnte. Das waren unsere Ängste, das, was uns politisch bewegte, und das alles war ganz real und verdammt unheimlich. Und die Grünen haben das verstanden, damals. Deswegen habe ich sie gewählt, als ich 18 wurde. Mittlerweile ist ein bisschen Wasser den Main runtergeflossen, wie der Frankfurter sagen würde. Die Grünen tragen jetzt auch Anzug und Schlips und haben Bodyguards, sie stellen Ministerpräsidenten und Oberbürgermeister, waren Vizekanzler, Außen-, Umwelt- und Innenminister. Der kalte Krieg ist vorbei, es gibt jetzt neue, heisse Kriege. Überall und nirgendwo, die Welt dreht sich, alles bewegt sich, Scheisse passiert oder auch mal nicht – es bleibt schwierig.
Was ich mit meinem Exkurs in die eigene Jugend und Politik sagen wollte – ich kann verstehen, wenn man jung und unverstanden ist und endlich, endlich jemand aufs politische Parkett tritt, der sich von den ganzen anderen Nasen unterscheidet und die eigenen Hoffnungen und Wünsche vertritt.
Aber liebe Piraten und Piraten-Freunde: Ist es das, was euch bewegt? Gesperrte Videos auf YouTube? Dass eine CD 10 oder 12 Euro kostet? Ist es tatsächlich legitim, wegen der Abmahnpraxis von ein paar wildgewordenen Anwaltskanzleien gleich den Ruf nach Freiheit und Menschenrecht erschallen zu lassen und so zu tun, als lebten wir in einer Art Diktatur, in der Kunst und Kultur staatlich reglementiert und nur “denen da oben” zugänglich ist? Ist es wirklich so schlimm? Oder haben wir, die wir euch nicht gewählt haben, einfach nur den Knall nicht gehört?
Die Piratenpartei trägt um sich die Aura der “digital natives”, derjenigen Generation, die mit Computer und Internet aufgewachsen ist und für sich allein zu beanspruchen scheint, zu wissen, wozu diese Kombination imstande ist. Die “digital natives”, sie atmen C++, denken Javascript, fühlen PHP und pissen UNIX-Befehlszeilen.

Okay. Na gut, ich bin weder Programmierer noch Hacker. Ich habe tatsächlich nicht besonders viel Ahnung, wie man eine Website baut, eine Forumssoftware aufsetzt oder einen Server lahmlegt. Aber mit Verlaub – wo ist denn das Problem? Ich habe nämlich manchmal den Eindruck, liebe Piraten, dass ihr euch das Internet gar nicht richtig angeschaut habt. Es ist voll von Gratis-Angeboten. Bands stellen Remixe, neue Songs, hochqualitative Mitschnitte von Live-Auftritten und aktuelle Video-Clips ins Netz. Es gibt massenweise Spiele und Programme – gratis. Software-Updates – gratis. Wikipedia, massenweise mittlerweile ziemlich fundierte Info – gratis. Es gibt schon längst Lizenzabkommen zwischen Plattenfirmen und Künstlern, die es sehr wohl erlauben, dass Bands zum Zwecke der Eigenwerbung Content selbst generieren und für lau zur Verfügung stellen. Ich und auch viele meiner Kollegen machen Online-Comics und veröffentlichen Cartoons, ohne dafür Geld zu verlangen.
Wir schlafen ja nicht, wir wissen, worum es geht und worum es euch geht. Das braucht ihr uns weder zu erklären noch im Revoluzzer-Ton um die Ohren zu hauen. Wir freuen uns über Kommentare und auch, wenn unsere Postings weiterverlinkt werden. Es ist bei weitem nicht so, dass wir Künstler immer und überall nur die Gebeutelten und Geknechteten der Industrie sind. Wir sind sehr daran interessiert, das Internet für euch Musikliebhaber, Bücherwürmer, Comicleser und Filmfans interessant zu machen und dabei (manchmal mühsam, zugegebenermassen) die Balance zu halten zwischen dem, was es euch bringt, was es uns bringt und dem, was es leider auch an Geld kostet. Ein Medium mag digital sein, aber wir sind es nicht, unsere Kunst ist es nicht und ihr – liebe Fans, liebe Leser, Blogger, Poster, Piraten oder Nicht-Piraten – ihr seid es auch nicht. Und mal ehrlich: Was wäre das Internet, was wären wir… ohne euch?

Fragt ihr euch auch manchmal, was ihr ohne uns wärt? Ich hoffe es. Ganz ehrlich, ich fände das schön.

Viele Grüsse
Ingo Römling
monozelle – digitale illustration

8 Gedanken zu “Urheberrechtsdebatte – Kommentar von Ingo Römling

  1. Schön geschrieben, und in den meisten Punkten auch richtig. Jedoch Herr Römling verwechseln sie da einige Dinge. Die Piraten wollten und werden das Urheberrecht nicht aufheben. Dies waren einzelne Töne, eine Reaktion auf Rechtssprechungen die eine digitale Kopie genauso bestrafen möchte wie einen Raubüberfall. Ok, ich gebe es zu, auch das stimmt nicht.
    Ich finde es mitunter verwirrend, das sich Nutzer und Bereitsteller von künstlerischen Werken inzwischen in ihre Lager aufsplitten. Sind doch beide Seiten diejenigen die unter dem gelten Bedingungen leiden. Wie Sie selbst geschrieben haben, bewegt sich ihr Honora im “Turnschuh” Bereich. Andere Künstler verkaufen “Gekritzel” für sagen wir viel. Das selbe gibt es im Musikbereich. Wenn ich jedoch bedenke das Kunst von können kommt, denke ich sollte eine Angemessene Entlohnung für das Schaffen entstehen, doch was ist angemessen? Es ist nicht direkt der Schutz des geistigen Eigentums, sondern seine unverhältnissmäßig künstliche Verknappung. Wenn die Reproduktionskosten bei 0,5 cent pro Werk liegen, warum sollte ein Nutzer dann 10 Euro zahlen, wovon der Künstler am 50 Cent bekommt? (Beispiel mal aus der Luft gegriffen)
    Ein Modernes Urheberrecht würde sich am direkt Vertrieb Künstler zu Nutzer orientieren. Vertrieb und Verwertung haben die Möglichkeit über Support und Qualität Nutzer an sich und ihre höheren Kosten zu binden. Ein schönes Beispiel ist Ubuntu in diesem Falle.
    Ich denke jeder der bei Verstand ist würd Künstlern ihren Anspruch auf Entlohnung zusprechen, doch warum bekommt jemand, der ein Werk nicht geschaffen hat noch 40 Jahre später Geld dafür (siehe Michael Jackson und seine Verwertungsrechte an Beatles Liedern)
    Dies ist Unverhältnissmäßig, oder warum sollen Kitas GEMA zahlen wenn sie Kinderlieder im Hort singen?

    Soviel dazu, und was die Künstler im Moment nicht bemerken, die Gesetze zum Schutz von Geistigen Eigentum im Internet sind und ermöglichen Überwachungsmechanismen, die eben auch mißbrauchspotential ohne gleichen haben. Deutschland hat schon 2 mal erlebt was Menschen mit diesen Werkzeugen anrichten können, und niemand kann uns garantieren das nicht wieder Verrückte ins Parlament ziehen, (wenn sie nicht schon da sind ;) )

    Statt über Piraten und Co. zu schimpfen, wäre es doch mal Konstruktiv wenn sich beide Seiten ihre Vorstellungen und Modelle ansehen und ausdebattieren. Vieleicht mal ohne Verwerterfirmen, so als Idee ;)

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    • Was an dem hier angeführten Beispiel (0,5 cent Reproduktionskosten, Endpreis 10 Euro, Künstleranteiol 50 cent) stört ist die implizierte Schlussfolgerung, dass es da jemand dritten gibt, der 9,495 Euro einsackt. Dem ist aber nicht so.
      Das ist so albern wie die Behauptung, der Tankstellenpächter bekommt von den 1,79 Euro pro Liter Super 1 cent, also macht der Ölmulti 1,78 Euro Gewinn. Auch dem ist nicht so!
      HInzu kommt, dass gerade im Printbereich der Verlag den Großteil des Risikos trägt. Denn, wenn wir schon bei Wortherkünften sind: “Verlag” kommt von “vorlegen”. Der Verlag tritt mit einer Menge Geld in Vorkasse – wovon der Autor mit seinem Vorschuss einen guten Teil abbekommt. Das Risiko trägt der Verlag. Und nicht wenige Werke sind ein Verlustgeschäft, bei dem das Risiko sich nicht ausgezahlt hat. Der Autor im Gegenzug trägt keinerlei Risiko, denn er muss nichts zurückgeben, wenn sein Werk sich nicht verkauft.
      Und am Ende bleiben dem Verlag von den 10 Euro auch wenig mehr als 50 Cent übrig.

      Das Problem an der ganzen Debatte ist, dass kaum einer der “Verwertungsgegner” eine Ahnung davon haben, wie diese “Verwertung” in den meisten Fällen überhaupt funktioniert…

      Darüber hinaus erhält niemand einen Lohn in Höhe eines Paars Trunschuhe, man diskutiert und feilscht lediglich um den Unterschied solcher Summen. Gerne endlos. Und länger!!

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  2. das wenige Konkrete, was man von den Piraten an Vorstellungen und Modellen geliefert bekommt, ist sowas wie
    “den “Urheber befreien, damit er mehr Möglichkeiten hat, sich selbst zu vermarkten”, oder
    “Honorierung in anderer Form”
    (OT Bruno Kramm).

    Ok, dann melde ich mich schon mal beim BWL Studium an, wenn ich künftig von der Plattenfirma und dem Verlag, die mich beide in Vermarktungsangelegenheiten professionell unterstützen, befreit bin. Vielleicht erfahre ich ja dann auch in der Zwischenzeit, wie genau diese mysteriöse andere Form der Honoriereung aussehen soll….
    o tempora, o mores…..

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  3. Was hier fehlt, was so oft fehlt bei Politikkonsumenten, ist der konstruktive Lösungsvorschlag.

    Was schlägt der Autor vor zur Lösung des Abmahnunwesens, der Hort Singstunde, dem ist-Zustand der VG Wort, den blinden Pauschalabgaben auf Elektronik und Datenträger, der Rechtsunsicherheit jedes Bürgers im Internet? Die Probleme sind schließlich auf dem Tisch.

    Ich möchte niemandem das Nörgeln versagen, aber das ist wertlos ohne den nächsten Schritt: VerbesserungsVORSCHLAG.

    Genau diesen Extra-Aufwand betreiben die Piraten. Und natürlich ruft jeder einzelne Vorschlag zehn Bedenkenträger auf den Plan. Nur, bleibt es bei Bedenken, gibt es keinen eigenen Ansatz zur Problemlösung, denn sind diese eben einem tatsächlichen Versuch schattenhaft substanzlos nachrangig. Die richtige Antwort auf Piraten ist ein besserer Vorschlag.

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  4. Es geht gar nicht vorrangig um das Urheberrecht. Es geht darum zu verhindern, dass die Politik angetrieben von Lobbyverbänden und Terrorangst das Internet, das, wie sie selbst feststellen, bei weitem kein rechtsfreier Raum ist, zu zensieren und zu einem Werkzeug staatlicher Überwachung zu machen.
    Wie damals die Grünen die Zerstörung der Umwelt, in der sie aufgewachsen sind, verhindern wollten, wollen die Piraten die Freiheit des Internets, die nur am Rande etwas mit dem Urheberrecht zu tun hat, vor unnötigem staatlichem Eingriff und Überwachung zu schützen. Es ist ein Geist des Teilens und der Mitwirkung, wie er z.B. durch Wikipedia oder Openstreetmap verkörpert wird, der hier am Werk ist.
    Die Grünen haben sich gegen die Ausbeutung der Natur für vorrangig wirtschaftliche Interessen gestellt. Die Piraten wollen die Zerstörung des Internets zur Aufrechterhaltung überkommener Geschäftsmodelle verhindern.

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  5. Man sollte nicht die kollektive Schaufel mit dem Gärtner und den hübschen Garten mit dem Hausbewohner, der alles von oben aus bei einem Käffchen ansehen kann, verwechseln.
    Der Gärtner macht den Garten hübsch, die Schaufel ist das Werkzeug und obwohl sie dem Betrachter auch gehört legt er deshalb noch lange kein Blumenbeet an.
    Das Konsumieren von “geschaffenem” ist freizeitverhalten. Das Erschaffen nicht. So einfach ist das. Und das gehört respektiert.
    Hierbei gehts nicht um Politik, sondern um Moral. Wenn jemand etwas verschenkt, nimm es an, wenn jemand etwas verliert, bring es zurück,

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  6. Interessant, ineressant.
    Ein Künstler bedient sich seiner Mittel und drückt etwas aus und erreicht damit – leider in viel zu kleinem Rahmen – DAS, was er damit bezwecken wollte: Einen DIAlog von Menschen.
    Interessant dabei sind Leute die Lösungen fordern, aber selbst keine vorschlagen, wobei natürlich anzumerken ist, dass die ERFAHRUNG möglichst aller Beteiligten auf dem Gebiet der Diskusion unerlässlich ist, wesshalb ich KEINE Lösung vorschlagen kann, da ich hauptsächlich Konsument bin.
    Dass Konsumenten möglichst viel für lau benutzen möchten ist hinlänglich bekannt und in Zeiten knapper Güter (=Geld) auch nichts Neues, wobei das Internet Chancen bietet (Wikipedia, wo auch ich mitmache, also nehme UND gebe), als auch Risiken, sich mal eben das neueste Werk von Michale Jackson oder Ingo Römling runterzuziehen (illigale Downloads).
    Jedoch auch illigale Downloads bieten ungeahnte Möglichkeiten, die zwar oft angeprangert werden, aber stillschweigend DOCH zum Erfolg beitragen: Windows wäre NIE so erfolgreich geworden, wenn sich nicht *fast* jeder Win95 privat *besorgt* hätte. So kann dies zu Verbreitung von bis dato wenig Bekanntem beitragen, denn DARIN besteht meiner Meinung nach heute die größte Aufgabe, wodurch sich auch die Vermarktungs-‘beteiligten’ sag ich mal, rechtfertigen. Ohne Major-Labels wüßte heute keiner wer die Beatles wären, geschweige denn hätte einen Tonträger von denen, ohne GEMA würden heute viel mehr Künstler nur noch in Turnschuhen herumlaufen. Ich bin KEIN Freund von beiden Organisationen, dennoch sind sie (teilweise) notwendig und JETZT kommen auch bei mir die:
    Piraten:
    Scheinbar bieten gesellschaftlich relevante Themen/Bereiche/Strömungen die NICHT auf zufriedenstellende Weise von der ‘bisherigen’ Politik behandelt werden, einen optimalen Nährboden für neue Parteien. War das in den 70’er die Umwelt, ist es heute das Internet. Neue Geschäftsmodelle gibt es ja schon, teilweise auch sehr Erfolgreich, aber klar ist: Es müssen neue Regelungen zwischen allen Beteiligtgen her und ich sehe gute Chancen, dass in diesem Bereich die Piraten MEHR bewegen können als die bisherigen Parteien (äquivalent zu den Grünen damals) einfach weil es eine NEUE Partei ist und weil die JUGEND sich verstanden fühlt. Das daraus am Ende Kompromisse werden ist klar, aber wenigstens steckt dahinter eine etwas neuere/modernere Perspektive. Ich werd die wählen, auch wenn noch nicht alles passt. Zumindest geb ich dem Neuen eine Chance. Wenn es sich nicht bewährt, wird es (auch) wieder verschwinden.
    Weniger Überwachung, bleibende Freiheit (im Rahmen) UND die Interessen von Kreativen Köpfen und ihres Lebensunterhaltes! Ich hoffe darauf läuft es hinaus, obwohl es sich kaum als ‘so einfach ist das’ bezeichnen lassen wird.

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  7. Ein Hallo in die Runde,

    ich habe den Text gelesen, da der Alexander Wesselsky diesen auf Facebook verlinkt hat. Ich finde diese Ansicht recht interessant und überlege, da ich selbst einen Blog schreibe, wie das neue Medienrecht denn aussehen könnte. Ich will hier kein Urheberrecht oder dergleichen abschaffen, das steht mir auch nicht zu. Ich selber suche auf Plattformen wie Bandcamp oder Jamendo oder gar der Soundcloud, nach guten, kostenfreien Angeboten. Wobei auf Bandcamp sogar das “Name-Your-Price”-Model fährt und man so, nach eigenen Angaben, sogar mehr einnehme, als durch eine reguläre Preisfestsetzung. Dort habe ich so viele gute Sachen entdeckt, wonach bisher kein Hahn kräht, zum einen Schlimm für die Künstler, die dann um so härter arbeiten müssen für ihr Geld, zum anderen schön für den User, der Musik einfach so bekommt und das z.T. in wirklich 1A Qualität. Aber der Mensch ist zu faul um zu suchen, um nicht den Mainstreammedien zu folgen. Wenn man in einer Großstadt im Winter zw. 3 Sendern wechselt und alle innerhalb von 10min den selben Song spielen, läuft in meinen Augen und Ohren was schief. Ich habe während meines Praktikums in München (8 Monate) viel CBC3 gehört, auch wenn da mal ein Song doppelt lief an einem Tag, war das nicht die Regel.

    Vielleicht sollten wir anfangen, wie früher die Jäger und Sammler, suchen, auf Plattformen, die gute Musik kostenlos anbieten, so dass man schnell Verbreitung und auch Gehör findet. Und wenn dann auf Facebook ein Titel oder ein Album auftaucht, dass so oft geteilt, geliked und gar gehyped wird, vielleicht ist das gerade die Macht der Masse, vor der so viele Politiker Angst haben. Aber lieber vergammelt man zu LMFAO’s Hangover. Ein hoch auf RTL und RTL II.

    nebendemstrom.blogspot.com

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